Planung, Brandschutz & Grundriss

Labordurchreiche Brandschutz: 5 wichtige Punkte zur Planung

Labordurchreiche Brandschutz ist ein wichtiges Thema, wenn zwischen Patienten-WC und Praxis- oder Laborbereich eine Wand mit brandschutztechnischer Anforderung betroffen ist. Entscheidend ist eine frühzeitige Klärung mit Brandschutzplanung, Architektur und Ausbau.

Wichtiger Hinweis: LaboLite® ist keine brandschutzklassifizierte Labordurchreiche und wird nicht als F30-, F60- oder F90-Feuerschutzabschluss angeboten. Ob und wie eine Öffnung in einer brandschutzrelevanten Wand zulässig ist, muss im konkreten Projekt durch die zuständigen Planer, Brandschutzfachleute und gegebenenfalls Behörden geprüft werden.

Warum Labordurchreiche Brandschutz früh geklärt werden sollte

Eine Labordurchreiche wird in Arztpraxen häufig zwischen Patienten-WC und Praxis- oder Laborbereich geplant. Funktional ist das sinnvoll: Proben können diskret übergeben werden, ohne Wege über Anmeldung, Flur oder Wartebereich.

Kritisch wird es, wenn genau diese Wand eine brandschutztechnische Funktion hat. Dann geht es nicht mehr nur um ein Einbaumaß, sondern um die Frage, ob die Wand durch die Öffnung verändert werden darf und welcher Nachweis dafür erforderlich wäre.

Gibt es eine Labordurchreiche mit Brandschutzzulassung?

Für klassische, kompakte Labordurchreichen im Praxisbereich ist eine serienmäßig verfügbare Lösung mit belastbarer Brandschutzklassifizierung in der Regel nicht der Standardfall. Feuerschutzabschlüsse unterliegen einem eigenen bauaufsichtlichen Rahmen. Das Deutsche Institut für Bautechnik erläutert Feuerschutzabschlüsse und die dazugehörigen Nachweise unter anderem im Informationsportal zu Bauprodukten und Bauarten.

Für die Praxis bedeutet das: Eine normale Labordurchreiche sollte nicht nachträglich als brandschutztechnische Lösung interpretiert werden. Wenn die Wand eine Feuerwiderstandsfunktion erfüllen muss, ist zuerst die brandschutztechnische Anforderung der Wand zu klären.

Weitere Informationen zum bauaufsichtlichen Rahmen finden Sie beim DIBt zu Feuerschutzabschlüssen.

Labordurchreiche Brandschutz: 5 wichtige Punkte für die Planung

1. Wandfunktion prüfen

Zuerst muss geklärt werden, ob die betroffene Wand eine brandschutztechnische Funktion hat oder innerhalb desselben Brandabschnitts liegt.

2. Brandschutzkonzept einbeziehen

Die Durchreiche sollte früh mit Brandschutzplanung, Architektur und Ausbau abgestimmt werden, bevor Wandöffnung und Ausbau fixiert werden.

3. Grundriss prüfen

Oft ist eine andere Position im Grundriss einfacher als eine technisch und rechtlich schwierige Öffnung in einer brandschutzrelevanten Wand.

4. Nutzung realistisch einordnen

In Arztpraxen geht es meist um übliche Probenbehälter. Die Brandschutzfrage entsteht nicht aus der Nutzung selbst, sondern aus der Wand und dem Gebäudekonzept.

5. Zuständigkeit klären

Die brandschutztechnische Bewertung gehört in die Verantwortung der zuständigen Fachplanung. Herstellerangaben ersetzen kein Brandschutzkonzept.

Praktikable Alternativen zur Brandschutz-Labordurchreiche

Wenn eine Wand brandschutztechnisch relevant ist, sollte zunächst geprüft werden, ob die Durchreiche an anderer Stelle geplant werden kann. Häufig lässt sich die gewünschte Funktion durch eine bessere Grundrisslösung erreichen, ohne eine brandschutzrelevante Wand zu öffnen.

Eine zweite Möglichkeit ist die Organisation der Probenübergabe innerhalb desselben Brandabschnitts. Dann bleibt die funktionale Idee erhalten, ohne dass eine zusätzliche brandschutztechnische Sonderlösung erforderlich wird.

Planungspraxis

Die wirtschaftlichste Lösung entsteht meist nicht durch eine Sonderkonstruktion, sondern durch frühzeitige Abstimmung: Wo liegt das Patienten-WC? Wo liegt der Laborbereich? Welche Wand darf geöffnet werden? Und welche Wand sollte brandschutztechnisch unangetastet bleiben?

Einordnung für LaboLite® Klassik und LaboLite® XL

LaboLite® Klassik und LaboLite® XL sind für die diskrete Übergabe üblicher Probenbehälter und vergleichbarer leichter Gegenstände im ambulanten medizinischen oder gleichwertigen Umfeld entwickelt. Beide Varianten sind keine brandschutzklassifizierten Feuerschutzabschlüsse.

Wenn die Wandöffnung frei geplant werden kann, ist LaboLite® Klassik meist die kompakte Standardlösung. Wenn bereits eine größere Wandöffnung von 290 x 290 mm vorgesehen ist oder eine frühere MED-Situation ersetzt werden soll, ist LaboLite® XL die passende aktuelle Alternative. In beiden Fällen gilt: Brandschutzanforderungen müssen projektbezogen vorab geprüft werden.

Empfehlung für Planer, Betreiber und Ausbauunternehmen

Klären Sie den Labordurchreiche Brandschutz nicht erst kurz vor dem Einbau. Am besten wird die Durchreiche bereits in der Grundriss- und Ausführungsplanung mitgedacht. Dann lassen sich Patientenführung, kurze Wege, Diskretion und brandschutztechnische Anforderungen sauber zusammenbringen.

Für die technische Modellwahl sind anschließend Wandöffnung, fertige Wandstärke, Einbauposition und gewünschte Variante entscheidend.

LaboLite® im Projekt richtig einordnen

Nutzen Sie Modellwahl, Downloads und Planerservice, um die Durchreiche frühzeitig in Ihr Projekt einzubinden.