Eine Labordurchreiche ist ein wandintegriertes Übergabeelement zur hygienischen und diskreten Übergabe von Proben oder Materialien zwischen zwei getrennten Räumen. In Arztpraxen verbindet sie typischerweise das Patienten-WC mit dem Praxislabor. Eine ausführliche Begriffserklärung finden Sie im Artikel Labordurchreiche Definition.
Diese Seite erläutert die praktische Anwendung von Labordurchreichen, typische Größen, Planungsaspekte sowie Einsatzbereiche in medizinischen und institutionellen Einrichtungen. Der Fokus liegt dabei auf Planung, Einbau und organisatorischer Integration im Praxisalltag.
Wichtige Planungsfaktoren einer Labordurchreiche
Bei der Planung einer Labordurchreiche spielen mehrere bauliche und organisatorische Aspekte eine Rolle. Besonders relevant sind:
- passende Größe der Wandöffnung
- korrekte Angabe der Wandstärke
- ergonomische Einbauhöhe
- sinnvolle Position im Grundriss
- leicht zu reinigende Materialien
Eine gute Planung orientiert sich nicht nur am Bauteil selbst, sondern vor allem an den tatsächlichen Arbeitsabläufen innerhalb der Einrichtung.
Inhaltsübersicht
- Einsatzbereiche
- Funktion im Praxisalltag
- Typische Bauform
- Standardgrößen und Wandöffnungen
- Bedeutung der Wandtiefe
- Einbauhöhe
- Integration in Grundrisse
- Typische Planungsfehler
- Materialien und Oberflächen
- Häufige Fragen
Typische Einsatzbereiche
Labordurchreichen werden vor allem in medizinischen Einrichtungen eingesetzt, kommen jedoch auch in anderen institutionellen Bereichen vor. Sie ermöglichen eine diskrete Übergabe zwischen zwei getrennten Räumen und unterstützen strukturierte Arbeitsabläufe.
- Hausarztpraxen
- gynäkologische Praxen
- Kinderarztpraxen
- urologische Praxen
- medizinische Versorgungszentren (MVZ)
- Labore und Probenannahmestellen
- Kliniken
- Suchtstationen
- Kasernen und militärische Einrichtungen
- Polizei und Zoll
- behördliche Einrichtungen
- Flughäfen
- Justizvollzug
Je nach Einrichtung kann die Funktion unterschiedlich gewichtet sein. In Arztpraxen steht meist die Übergabe von Urinproben im Vordergrund, während in Behörden oder sicherheitssensiblen Einrichtungen häufig kontrollierte Übergaben eine Rolle spielen.
Funktion im Praxisalltag
In vielen Arztpraxen müssen regelmäßig Urinproben abgegeben werden. Ohne Labordurchreiche erfolgt die Übergabe häufig über direkte Laufwege oder an der Anmeldung. Dies kann organisatorische Nachteile haben.
Eine Labordurchreiche ermöglicht eine klare räumliche Trennung zwischen Patientenbereich und Arbeitsbereich des Personals. Patienten stellen die Probe von der WC-Seite ein, während das Praxispersonal sie auf der Laborseite entnimmt.
Dadurch entstehen mehrere Vorteile:
- diskrete Probenübergabe
- reduzierte Laufwege
- klar strukturierter Ablauf
- Trennung von Patienten- und Arbeitsbereich
Typische Bauform
Labordurchreichen sind kompakte Bauteile, die vollständig in eine Innenwand integriert werden. Sie bestehen in der Regel aus einem stabilen Korpus mit zwei gegenüberliegenden Klappen oder Öffnungen.
Die Durchreiche bildet einen geschützten Innenraum, in dem Probenbecher oder kleinere Behälter abgestellt werden können.
Eine speziell für Arztpraxen entwickelte Produktlösung ist beispielsweise die Reihe LaboLite® Klassik.
Standardgrößen und Wandöffnungen
In der Praxis haben sich zwei kompakte Standardgrößen etabliert.
Standardgröße
Die klassische Labordurchreiche besitzt eine Wandöffnung von 23 × 23 cm. Diese Größe ist für die meisten Anwendungen im Praxisalltag ausreichend.
Eine entsprechende Ausführung ist die LaboLite® Klassik.
XL-Größe
Für Anwendungen mit größerem Platzbedarf existiert eine zweite Produktklasse mit einer Wandöffnung von 29 × 29 cm.
Diese größere Variante bietet mehr Bewegungsraum im Inneren der Durchreiche und erleichtert das Einstellen mehrerer Probenbecher.
Ein Beispiel dafür ist die LaboLite® XL.
Weitere Details zu typischen Wandöffnungen finden Sie im Artikel Labordurchreiche Maße.
Bedeutung der Wandtiefe
Ein wichtiger Planungsfaktor ist die Wandtiefe. Während die Wandöffnung bestimmt, wie groß der Ausschnitt in der Wand ist, beeinflusst die Wandtiefe den nutzbaren Innenraum der Durchreiche.
Je größer die Wandtiefe, desto mehr Platz steht im Inneren für Probenbecher oder Gefäße zur Verfügung.
Bei der Planung sollte deshalb immer die tatsächliche Wandstärke inklusive Putz, Fliesen oder anderen Wandbelägen berücksichtigt werden.
Einbauhöhe
Die Einbauhöhe einer Labordurchreiche richtet sich nach der ergonomischen Nutzung auf beiden Seiten der Wand.
In vielen Einrichtungen liegt die Unterkante der Wandöffnung etwa bei 1,00 m bis 1,10 m über Fertigfußboden.
Weitere Details zur ergonomischen Planung finden Sie im Abschnitt Einbauhöhe.
Integration in Grundrisse
Die Position einer Labordurchreiche ergibt sich aus dem organisatorischen Ablauf der Einrichtung. In Arztpraxen befindet sie sich typischerweise zwischen Patienten-WC und Laborraum.
Wichtige Planungsaspekte sind:
- kurze Laufwege
- diskrete Positionierung
- gute Erreichbarkeit für Mitarbeiter
- Berücksichtigung von Möbeln und Arbeitsflächen
Eine gute Planung orientiert sich nicht nur am Bauteil selbst, sondern an den tatsächlichen Arbeitsabläufen.
Typische Planungsfehler
Bei der Planung von Labordurchreichen treten häufig ähnliche Fehler auf.
- überdimensionierte Wandöffnungen
- falsche Einbauhöhe
- ungünstige Position im Raum
- falsch angegebene Wandstärke
- fehlende Berücksichtigung von Wandbelägen
In vielen Fällen bringt eine größere Öffnung keinen funktionalen Vorteil. Entscheidend ist vielmehr die Kombination aus Öffnungsgröße, Wandtiefe und sinnvoller Position im Raum.
Materialien und Oberflächen
Labordurchreichen werden je nach Hersteller aus unterschiedlichen Materialien gefertigt. Typisch sind metallische Konstruktionen mit robusten Oberflächen.
- pulverbeschichtete Oberflächen
- beschichtete Stahlblechoberflächen
- Edelstahloptik
Die Oberflächen sollten glatt, widerstandsfähig und leicht zu reinigen sein.
Häufige Fragen zur Labordurchreiche
Was ist eine Labordurchreiche?
Eine Labordurchreiche ist ein wandintegriertes Übergabeelement zur diskreten Übergabe von Proben oder Materialien zwischen zwei Räumen.
Welche Größe hat eine typische Labordurchreiche?
Gängige Wandöffnungen sind 23 × 23 cm für die Standardgröße und 29 × 29 cm für größere XL-Varianten.
Wo werden Labordurchreichen eingesetzt?
Typische Einsatzorte sind Arztpraxen, medizinische Versorgungszentren, Kliniken, Labore, Behörden, Kasernen oder Flughäfen.
Warum wird eine Labordurchreiche eingesetzt?
Sie ermöglicht eine diskrete und hygienische Übergabe von Proben oder Materialien und unterstützt strukturierte Arbeitsabläufe.